Heimatverein Oedt e.V.

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Geschichte des alten Amtes und späteren Gemeinde Oedt

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Wenn man über das Amt Oedt berichtet, so geht das nur unter Berücksichtigung der angrenzenden Territorien einerseits und der Vorgeschichte dieses Landstriches andererseits.

Die Entwicklung des Amtes und der späteren Gemeinde Oedt, wurde stark von den geologischen und geographischen Gegebenheiten geprägt. Was im Mittelalter unter dem Aspekt der Sicherheit von großem Vorteil war, entpuppte sich in der Neuzeit zunehmend als Entwicklungshemmnis und führte dazu, dass die Gemeinde Oedt in die Bedeutungslosigkeit versank, um dann bei der letzten kommunalen  Neuordnung die Selbstständigkeit zu verlieren.

 

Das Territorium auf dem sich das Amt Oedt erstreckte, wurde im Westen von der Niers und im Osten von der Schleck und der Floeth begrenzt.
Da die genannten Fluß- und Bachsysteme mehr oder weniger große Bruch- und Sumpfgebiete ausbildeten, blieb auf dem dazwischen liegenden Sandrücken nur wenig Platz für die Besiedlung.
Dieser Sandrücken, der etwa 1,5 m bis 2,5 m über dem Bruchniveau liegt und etwa 800 m bis 3.000 m breit ist, erstreckt sich wie ein langer schmaler Schlauch von Süden nach Norden. Auf diesem schmalen Landrücken entwickelte sich das Amt Oedt, von Schiefbahn-Niederheide im Süden (Hof Klapdohr am  Bahnübergang), bis zur Neersdommer Mühle im Norden (Grenze zu Wachtendonk).

Die Besiedlung dieses 18 km langen Landstriches setzte schon früh ein, wie die Funde aus der Steinzeit an mehreren Stellen nachweisen und das Gebiet blieb besiedelt, wie die Funde aus der Bronze-, Hallstatt-, Römer- und Frankenzeit anzeigen. In der Nachfrankenzeit gehörte der Kempener Byfang, dem man auch Oedt  zurechnen kann, politisch zum Mühlgau.

Der Erzbischof und Kurfürst Gero von Köln  hat im Jahre 973 das Oedter Gebiet, sowie verschiedene andere Territorien, der Abtei Gladbach als Ausstattungsgut  geschenkt. Die Äbte von Gladbach traten seit dieser Zeit als Grundherren auf und bauten in Oedt einen Sal- oder Fron-Hof als Verwaltungsmittelpunkt, der bis 1604 stand und dann abbrannte. Der wieder aufgebaute Salhof, diente dann ab 1757 auch als Amtshaus und wird heute als Pastorat genutzt.

Neben dem Sal-Hof erbauten sie eine kleine Kirche, deren Fundamente 1965 bei einer Ausgrabung innerhalb der heutigen Kirche gefunden wurden. Zum ersten Mal wird diese Kirche und damit auch das Kirchdorf Oedt, 1170 in einer Urkunde des Abtes Robert erwähnt, dort ist unter anderem die Rede von einem Benefiz des Vogtes Heinrich von Kempen, es heißt an der Stelle: „quod  habuit apud Hude in ecclesia nostra”, gemeint ist die Kirche zu Hude, wie Oedt in dieser Zeit hieß und war eine Eigenkirche der Abtei Gladbach. Wie die Abtei Gladbach, die den heiligen Vitus verehrt, so verehrt auch die Oedter Kirchengemeinde den Hl. Vitus als Schutzpatron.

Der Name Hude gehört einer sehr frühen Ortsnamensschicht an und kommt wahrscheinlich aus dem römischen, dort heißt „loca huda” soviel wie feuchte Gegend, was ja für Oedt besonders zutraf. Eine andere Vermutung, deutet Hude auch als Fährstelle, was ja auch zutraf. Der Ortsname Hude veränderte sich über die Jahrhunderte zu Ude, Uda, Ud, Uedde, Oidt, Oed zum heutigen Oedt.
Die Äbte von Gladbach waren im nördlichen Teil von Oedt die einzigen Grundbesitzer, im südlichen Teil, den Honschaften Hagen und Unterbroich, lag neben dem Gladbacher Besitz auch Streubesitz anderer geistlicher Korporationen. Die Äbte haben jedoch auch hier schon sehr früh Ihre Grundherrschaft durchgesetzt.

Neben der Grundherrschaft in Oedt, besaß die Gladbacher Abtei umfangreichen Grundbesitz am Niederrhein. Um Ihren Besitz besser verwalten zu können, setzten die Äbte einen Vogt ein. Im 12. und 13. Jahrhundert sind dies die Grafen von Kessel, die durch ihr Machtstreben die Vogteirechte zu Lasten der Abtei Gladbach zu Herrschaftsrechte steigern konnten. Als der letzte Graf von Kessel 1285 starb, heiratete der Graf von Hülchrath, Dietrich Luf der II von Kleve, die Witwe von Kessel. Es war für Luf von Kleve eine einträgliche Heirat, denn neben dem Stammsitz Grevenbroich fielen Ihm auch die Vogteien Kempen, Oedt und Tegelen zu. Bevor er ein größeres stabiles Territorium ausbilden konnte, kam ihm der Limburgische Erbfolgestreit in die Quere, denn dort stand er auf der Seite des Kölner Kurfürsten und verlor mit ihm 1288 in der Schlacht von Worringen seine Freiheit und große Teile seines Besitzes. Als er starb, hinterließ er seinem Sohn Dietrich Luf dem III von Kleve doch noch einen stattlichen Besitz, der neben der Grafschaft Hülchrath, noch den Saynchen Besitz der 1255 an Kleve gefallen war, sowie die Burg und Herrschaft Kervenheim und die Herrschaft Oedt umfasste.
Durch die Lösegelderpressungen  der Stadt Köln und des Herzogs von Jülich an seinen Vater und dessen aufwendiges Leben, war der Besitz allerdings stark verschuldet und Luf der III mußte die Grafschaft Hülchrath und das Saynche Erbe verkaufen. Er nannte sich fortan Dietrich Luf der III von Kleve Herr von Kervenheim und Hude. Da er mit der Grafschaft  Hülchrath auch seinen Wohnsitz verkauft hatte, erbaute er um 1300 die Burg Uda in Oedt und zog dorthin.

Die Burg Uda wird erstmals 1313 im Zusammenhang mit einer baulichen Erweiterung erwähnt. Als Folge des Burgenbaues entstand dann das Burgdorf Oedt, es war der Burg Uda auf dem Sandrücken vorgelagert und war mit Wall und Grabenanlagen sowie drei Toranlagen gesichert.
Der Zugang zur Burg verlief vom Burgdorf über die Oedter Mühlenanlage, über die Vorburg in die Hauptburg, die in der Niersniederung mitten im Sumpf lag und dort fast uneinnehmbar war. Über die Vorburg wissen wir leider recht wenig, da sie heute überbaut ist und man daher keine Grabung vornehmen kann.
Die Hauptburg war eine quadratische Anlage von etwa 30 m x 30 m, mit zwei runden und zwei eckigen Türmen die jeweils diagonal gegenüberstanden. Die Toranlage lag an der Ostseite, dem Burgdorf zugewandt. Die inneren Gebäude waren an der Ost-, Nord- und Westseite angeordnet wogegen die Südseite durch einen etwa 8 m hohen oben begehbaren Mauerzug gesichert war. Die Mauerstärken des aufgehenden Mauerwerks lagen zwischen 1,50 m bei den Gebäuden und bis zu 3,00 m bei denTürmen, insgesamt kann man feststellen, dass die Burganlage eine sehr kompakte und wuchtige war

Luf der III von Kleve baute die Herrschaft in Oedt aus und da er viele Güter und Rechte außerhalb von Oedt besaß z.B. in Kempen, Hüls und in Klever Gebieten, ging die Bedeutung der Burg Uda und des Amtes Oedt als Herrschaftsmittelpunkt weit über den engeren Bereich Oedts hinaus. Dazu kam noch die strategische Bedeutung der Burg Uda als Grenzfestung gegen Jülich und Geldern.

Ungewöhnlich im Vergleich zu anderen Orten ist, dass das Burgdorf, zum etwa 150 Jahre älteren Kirchdorf, keine bauliche Verbindung hatte, da zwischen dem Niedertor und der Kirche eine cirka 200m lange Lücke bestand. Erst im 18. Jahrhundert wuchsen die beiden Ortsteile baulich zusammen.

Politisch war das Amt Oedt dreigeteilt und zwar in den südlichen Teil, die Honschaft Unterbroich, in den mittleren Teil, die Honschaft Hagen und in den nördlichen Teil, das Kirchspiel Oedt. Das Kirchspiel Oedt war noch mal geteilt in die südliche Hälfte, dem Auffeld und in die nördliche Hälfte, dem Niederfeld, die Grenze zwischen beiden verlief an der Oedter Kirche. Das Burgdorf und spätere Markt-Flecken Oedt entwickelte sich im nördlichen Bereich des Auffeldes. Im mittleren Bereich des Niederfeldes, dort wo die Mülhauser Mühle lag, entwickelte sich später der Ortsteil Mülhausen.

Neben der Burg Uda, lagen in Oedt noch einige freie Adelssitze und freie Güter, mit entsprechenden festen Häusern, in der Honschaft Unterbroich waren das die Güter Hohe Sand, weiter nördlich das Haus Stockum und die Burg Clörath, in der Honschaft Hagen die Güter Hof Hof, Recken-Erb, Kreith, Schmetz und die beiden Franzes-Höfe, im Kirchspiel Oedt auf dem Auffeld das Haus Dücker, Brempter-Hof, Klein-Rath und der Oedels-Hof und auf dem Niederfeld das Haus Aldenhoven, Dormels-Hof, Hoeveler-Hof, Lepelers-Hof und im nördlichsten Zipfel der Berghof und das Haus Neersdom.

Unter den freien Gütern, waren Altenhoff, Duicker, Clörath, Stockum, Hohe Sand, Hof-Hof, Lepelers-Hof, Berg-Hof, Brempter-Hof, Dormels-Hof und Neersdom adeliges Eigentum und die drei erst genannten, nahmen eine Sonderstellung ein, da sie als Rittersitze zur Wahl der Ritterbürtigen Landstände berechtigten.
Des weiteren lagen im Amtsbereich Oedt fünf Wassermühlen: Die Clörather Mühle, die Oedter Mühle, die Mülhauser Mühle und die Neersdommer Mühle alle an der Niers gelegen und die Oedter Ölmühle, an der Floeth gelegen.

Die Geschehnisse im Amt Oedt wurden im wesentlichen durch die Herrschaft Lufs des III bestimmt, als er 1332 starb, änderte sich dieses, denn der gesamte Besitz erbte seine Tochter Elisabeth, die mit Gottfried von Bergheim aus dem Jülicher Grafengeschlecht verheiratet war. Die Burg wurde nicht mehr vom Besitzer bewohnt. In der Folge ging der Besitz von Elisabeth von Bergheim auf Ihre Tochter Jolanthe über, die mit Graf Emicho von Leiningen verheiratet war. Die beiden verkauften 1348 die Burg und das Amt Oedt an den Markgrafen Wilhelm von Jülich. Der Markgraf von Jülich mußte dann wegen Geldmangel das Amt und die Burg Oedt an seinen Bruder Walram II, Kurfürst von Köln, verkaufen. was er wahrscheinlich sehr ungern getan hat, denn mit der Burg Oedt beherrschte er das mittlere Nierstal. Der Kölner Kurfürst erkannte die Gunst der Stunde und gliederte das Amt Oedt in das Kölner Niederstift ein, worin es, neben den Ämtern Liedberg, Linn, Uerdingen und Kempen, als selbstständiges Amt bis zur Franzosenzeit verblieb.

Die Burg Uda wurde damit zur kurkölnischen Landesburg und blieb eine Grenzfestung gegen Jülich und Geldern, was die Oedter Bevölkerung im Laufe der Zeit bei kriegerischen Anlässen zu spüren bekam.

In der Folgezeit wurde das Amt und die Burg Oedt von den Kurfürsten wegen Geldmangel häufig verpfändet, Sie achteten jedoch immer darauf, dass die jeweiligen Pfandherren aus dem kleineren Adel kamen und sie faßten die Pfandverträge so ab, dass Sie im Ernstfall immer die Verfügungsgewalt über die Grenzfestung behielten, die wohl damals in der Wichtigkeit und vom Festungswert der Kempener Burg überlegen war, was man von der personellen Burgbelegung her ableiten kann. Durch die Kontrollfunktion der Burg Oedt über wichtige Straßenverbindungen im Maas-Niederrhein-Gebiet, z.B. von Uerdingen über  Hüls, Kempen, Oedt, Dülken, Brüggen nach Roermond und von Neuss über Schiefbahn, Oedt, Wachtendonk nach Geldern, geriet die Burg Uda und das Amt Oedt immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen. So wurde 1416 im Krieg Kurköln gegen das Herzogtum Berg, der Ort Oedt von den Bergischen abgebrannt, die Burg Uda konnte jedoch nicht bezwungen werden und sperrte weiter den Weg ins Jülische. Die nächste Auseinandersetzung in die das Amt Oedt verwickelt war, ist die Kölner Stiftsfehde 1473, zwischen dem Kölner Erzbischof Rupprecht von der Pfalz und dem Stiftsgubernator Herrmann von Hessen. Der vom Kölner Domkapitel  abgesetzte  Rupprecht von der Pfalz zog sich in das Kölner Niederstift zurück, wo er eine große Anhängerschar hatte und über alle festen Plätze verfügte, zusätzlich rief er den Herzog von Burgund, Karl den Kühnen zur Hilfe und bestellte ihn zum Vogt des Erzstiftes, wodurch die erst regionale Auseinan- dersetzung europäische Ausmaße annahm.

Nach dem Karl der Kühne die Stadt Neuss belagerte und im Endeffekt unterlag, marschierte Herrmann von Hessen  mit den Kölner Truppen in das Niederstift ein
und brachte die Ämter Uerdingen und Linn unter seine Kontrolle. Als die Kölner vor der Burg Uda erschienen und diese einnahmen, sah Rupprecht von der Pfalz, der sich in Kempen aufhielt, wohl die Aussichtslosigkeit seiner Lage ein und setzte sich ab, seine Kempener Unterthanen allein lassend. Zwischen Oedt und Mülhausen, auf dem kleinen Ackergut „uff dem Durmell” kam es am 19. Juli 1477 zum Friedensschluß.

Über hundert Jahre später, war es wiederum eine Auseinandersetzung zwischen dem Kölner Kurfürsten und dem Domkapitel die in einen offenen Krieg ausartete und dem Erzstift und besonders der Burg Uda und dem Amt Oedt viel Ärger bereitete. Grund dafür war, das der Erzbischof und Kurfürst von Köln, Gebhard Truchseß heiraten wollte, was er als Erzbischof nicht konnte, daher wollte er Protestant werden und das Kurfürstentum in ein weltliches überführen. Mit diesem Plan war aber das Domkapitel, die Landstände sowie der Kaiser und die katholischen Reichsstände nicht einverstanden, da mit der Säkularisierung von Kurköln die mühsam erreichte Balance im Kurfürstenrat des Reiches zwischen Katholiken und Protestanten sich zu Gunsten der Protestanten verändert hätte. In der sich anbahnenden Auseinandersetzung, versuchte jede Partei möglichst viele Stützpunkte in die Hand zu bekommen, dabei spielte die Burg Oedt eine vergleichsweise  bedeutende Rolle, da in den benachbarten Niederlanden schon ein Konfessionskrieg tobte und königstreue niederländische Truppen 1582 die Oedter Burg besetzten. Das ergab für den Kurfürsten der Vorwand Truppen aufzustellen, um Kölnisches Territorium gegen Übergriffe zu schützen.

Graf Adolf von Neuenahr bekam den Auftrag das Niederstift unter seine Kontrolle zu bringen. Der Hauptmann Karl von Honselaer trat jedoch zum Domkapitel über und übergab die Burg Linn und der Graf von Aremberg unter dem Befehl des Prinzen von Parma, hatte auf Bitte des Domkapitels, von den Niederlanden kommend die Burg Oedt besetzt, und kontrollierte von hier aus den gesamten Bereich westlich und östlich der Niers. Das Amt Oedt blieb unter der Kontrolle des Domkapitels und des neuen Kurfürsten Ernst von Bayern.

Es bleibt festzuhalten, dass der Durchzug fremder Truppen und die Besetzung der Burg Uda immer zu Lasten der Oedter Bevölkerung ging, die bis an den Ruin ausgepreßt und drangsaliert wurde und so manches Haus wurde ausgeplündert und ging anschließend in Flammen auf und auch der ein oder andere Bürger wurde im Laufe der Jahrhunderte umgebracht, wie die alten Chroniken ausweisen.
Der kölnische Krieg war nur ein Vorspiel zu einem größeren kriegerischen Konflikt, dem Dreißigjährigen Krieg, der ebenfalls als Religionskrieg begann.

Bis 1640 war die Zeit am Niederrhein und im Amt Oedt noch verhältnismäßig ruhig, von einigen Plünderungen geldrischer und niederländischer Soldaten abgesehen.

Ab dem Jahre 1640 verlagert sich das Kriegsgeschehen mehr und mehr an den Niederrhein, da andere deutsche Landstriche ausgeblutet waren und die Kriegshorden nicht mehr ernähren konnten. Nach der Schlacht auf der St. Töniser Heide im Januar 1642 zwischen kaiserlichen Truppen und dem vereinigtem Französischen-Hessischen Heer, wurde die Burg Oedt von den siegreichen Hessen erobert und das Amt Oedt ausgeplündert.
Die Hessen unter Führung des berüchtigten Oberst Rosa blieben in Oedt, ein Angriff des Reitergenerals Jahn von Werth, im Oktober 1642 auf die Oedter Burg, scheiterte. Im Frühjahr 1643 zogen dann kaiserliche Truppen unter Graf von Velen heran und eroberten die Burg Oedt. Der hessische Generalleutnant Graf von Eberstein befahl dem Obristen Rabenhaupt mit einigen Fußtruppen die Rückeroberung der Burg Oedt, die am 26. April 1643 nach Belagerung und Beschuss gelang, ein Entsatzversuch der Kaiserlichen kam zu spät. Da die Hessen die Burg Oedt auf Dauer nicht halten konnten und so eine ständige Bedrohung von ihr ausging, entschloß sich der Oberst Rabenhaupt zur Zerstörung der Oedter Festung. Er ließ alle brauchbaren Dinge entfernen und sprengte die Burg am 28. April 1643 in die Luft.Damit hatte die Burg Uda als Grenzfestung ausgedient, die Zerstörung war jedoch nicht total, denn die Burg hat nach einer entsprechenden Instandsetzung noch fast 100 Jahre als Amtshaus gedient und wie aus Kellnereirechnungen ersichtlich ist sind auch noch Soldaten auf der Burg stationiert gewesen.

Damit waren jedoch die Drangsale der Oedter Bevölkerung noch lange nicht zu Ende, sie ziehen sich durch das ganze Jahrhundert, es würde zu weit führen, wollte man dies alles ansprechen.

Erwähnen sollte man noch den zweiten und dritten französischen Raubkrieg  1672 und 1688 in dem auch Oedt wieder in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Als nächstes brach der spanische Erbfolgekrieg 1701-1713 aus, von dem auch das Amt Oedt durch Truppendurchmärsche und Belegungen wieder tangiert wurde. 1707 brannten in Oedt 50 Wohnhäuser ab, wahrscheinlich Brandstiftung durch plündernde Soldaten.

Dann brach im Jahre 1740 der österreichische Erbfolgekrieg aus, der bis zum Jahre 1748 dauerte und im Amte Oedt wieder Verwüstungen und Armut hinterließ.
Kaum hat die Bevölkerung Luft geholt, bricht 1756 der siebenjährige Krieg aus, in dem Österreich, Rußland, Spanien, Frankreich, Sachsen und auch unser Kurköln
gegen Preußen, England, Hannover, Braunschweig und Hessen steht.
1757 belegen verbündete französische Truppen das Amt Oedt, ein französischer Offizier befiehlt, dass der Knüppeldamm durch das Niersbruch besser befestigt werden soll, damit der schwere Nachschub aus dem Jülischen problemloser rollen kann. Aus Ermangelung entsprechender Baumaterialien entschloß man sich, die Oedter Burg zu verwenden, da man sie nur noch als Amtshaus brauchte und bei der veränderten Kriegstechnik ein strategischer Wert nicht mehr vorhanden war.
So endete die einst so wehrhafte Burg Uda als Straßenschotter in der Straße von Oedt nach Hagenbroich, nur der südöstliche Rundturm  und ein Stück von der Westmauer blieb stehen, da man anscheinend genug Material für den Straßenbau hatte.

Auch dieser Krieg hinterließ im Amte Oedt wieder nur Verlierer, das Amt selbst hatte eine Schuldenlast von 30000 Reichstaler zu tragen.
1794 brach dann der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich aus, der tiefgreifende Änderungen für den Niederrhein und damit auch für das Amt Oedt brachte. Neben den üblichen Plünderungen und Requirierungen bei der Bevölkerung, wurde das Rheinland und damit auch das Amt Oedt in den französischen Staat eingegliedert. Das Kurfürstentum Köln existierte nicht mehr, der Kirchenbesitz wurde säkularisiert und meistbietend verkauft.
In einer ersten kommunalen Neuordnung wurde das Amt Oedt aufgelöst, die Honschaft Unterbroich vom Amt Oedt abgetrennt und der Gemeinde Neersen zugeschlagen. Der Rest des alten Amtes Oedt, das Kirchspiel mit dem Markt-Flecken Oedt und die Honschaft Hagen bildeten jetzt die Gemeinde Oedt, die Südgrenze war in Höhe des Peelloches.

Die nächsten kriegerischen Ereignisse waren 1814 die Befreiungskriege, Napoleon mit seinen Franzosen wurde im Januar 1814 von Preußen und Russen aus Deutschland vertrieben und mußte abdanken. Oedt wurde als Teil des früheren Kurfürstentums Köln, gemäß dem Beschlusse des Wiener Kongresses im Jahre 1815, dem Königreich Preußen zugeschlagen.
Die von den Franzosen durchgeführten kommunalen Änderungen, wurden von den Preußen übernommen und die Gemeindegrenzen von Oedt festgeschrieben.

Der Niederrhein und damit auch Oedt, blieb für den Rest des Jahrhunderts von Kriegsereignissen verschont, es begann eine neue Zeit und es setzte eine wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung ein.Ein Ausdruck dieser neuen Entwicklung, war das Niederreißen der Befestigungsanlagen 1860 und das sich Öffnen nach Außen.
1871 wurde Oedt an das Eisenbahnnetz der Krefelder Eisenbahn angeschlossen.
In der Gemeinde Oedt, wo seit dem 17. Jahrhundert die Leinenweberei zu Hause war, ging man zunehmend auf die Samtbandweberei über, das  Weberei-Handwerk blühte auf, was man noch heute an den zahlreichen Weberhäusern an den Ausfallstraßen sehen kann. Einer ersten Blütezeit, folgte der Niedergang der Hausweberei, da die Hausweber, die ihre Aufträge von Krefelder Verlegern bekamen und ihr fertig gewebtes Material nach Krefeld bringen mußten, zunehmend in Abhängigkeit von den Samt- und Seidenbaronen gerieten und um ihren Lohn gebracht wurden, so das im letzten Viertel des Jahrhunderts eine schlimme Notzeit über die Oedter Bevölkerung hereinbrach, die noch durch die zunehmende Industriealisierung verschärft wurde. Während die letzten Leinenweber, 1850 durch die Gründung der Oedter Bleicherei und Färberei Peter Mertes & Söhne, der kurze Zeit später eine Berufskleiderfabrikation angliederte wurde, von auswärtigen Verlegern teilweise unabhängig wurden und eine gerechtere Bezahlung erreichten, trat für die Mehrheit der Samtweber erst eine spürbare Verbesserung ein, als der Bauernsohn Johannes Girmes, 1879 die Firma Johannes Girmes & Co gründete.
Doch die Mechanisierung der Webstühle und ihre Montage in den Fabriken, ließ die Handweberei unwirtschaftlich werden, so dass die Hausweber aufgaben und teilweise zur Firma Girmes wechselten. Welcher Strukturwandel sich in Oedt abspielte, erkennt man daran, dass z.B. 1880 in Oedt 800 Handwebstühle standen, bei einer Bevölkerung von 3200 Personen. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung von Oedt wurde in der Folgezeit weitgehend durch die beiden Textilfirmen Mertes und Girmes bestimmt, leider nicht immer zum Vorteil von Oedt, da eine breitere wirtschaftliche Basis und damit eine Weiterentwicklung der Gemeinde Oedt, hauptsächlich durch die Firma Girmes  verhindert wurde. So muß man feststellen, dass die Gesamtentwicklung des Ortes immer wieder gebremst wurde.
Der nach 1870 einsetzende Preußische Kulturkampf hinterließ auch in Oedt seine Spuren und Irritation bei der fast ausschließlich katholischen Bevölkerung.
Der Tod des Oedter Pfarrers rief die Landesregierung auf den Plan und der Oedter Bürgermeister Theodor Mooren bekam die Anordnung, die Kirchenkasse und den gesamten Besitz der Kirche zu beschlagnahmen, was der streng katholisch orientierte Bürgermeister hintertrieb. Als Folge der Auseinandersetzung mit dem preußischen Staat, wurde der Bürgermeister, der auch Bürgermeister von Kempen und Schmalbroich war, 1878 seines Amtes enthoben.
Dieses führte in Oedt zu Aufruhr und die Regierung verzichtete unter dem Druck der Öffentlichkeit auf die Durchsetzung der Anordnung. Die Rebellion der Bevölkerung versteht man, wenn man weiß, dass der Vater von Theodor Mooren, Clemens Mooren schon langjähriger Bürgermeister von Oedt war und der Bruder von Theodor Mooren, der berühmte Augenarzt Professor Dr. Albert Mooren, der weltbekannt war und die Düsseldorfer Augenklinik gründete und leitete, kurzum die Familie Mooren landauf und landab hohes Ansehen genoß.
Es ist noch anzumerken, dass nach Ende des Kulturkampfes, Theodor Mooren Bürgermeister und später Oberbürgermeister von Eupen wurde sowie als Reichstagsabgeordneter tätig war. Nach dem Kulturkampf Ende 1880 kehrten auch die vertriebenen  Ordensgemeinschaften  aus  dem  Ausland zurück.
Die Schwestern „Unserer Lieben Frau” aus Coesfeld kauften in Mülhausen die Villa Bongartz und gründeten 1888 das Mutterhaus des deutschen Ordens und bauten es entsprechend aus. Das Kloster ist weit über die Grenzen bekannt, nicht zuletzt wegen des größten Gymnasiums im Kreise Viersen.
Die Schwestern dieses Klosters, nahmen auch Einfluss auf den Bahnbau, so erreichten sie, dass 1892 die Bahnstrecke von Kempen nach Kaldenkirchen über Mülhausen geführt wurde und Mülhausen einen Bahnhof erhielt, der in der Folge, bezogen auf den kleinen Ort, stark frequentiert wurde, 1900 z.B. 36344 Personen.
Eine andere Klostergründung im Ortsteil Mülhausen geht auf Johanna Stieger zurück, die das Gut Neersdom besaß.
Die Familie Stieger hatte als Pächter der Neersdommer-Mühle das Haus Neersdom und verschiedene andere Güter mit cirka 1700 Morgen Ackerland, während der Säkularisation von den Franzosen gekauft.
Johanna Stieger, die letzte der Stiegers, die kinderlos war, war bestrebt den früheren kirchlichen Besitz, wieder kirchlichen Zwecken zuzuführen.
Da bis vor der Säkularisation die Benediktiner von Gladbach in Oedt tätig waren,
wollte sie den Orden wieder nach Oedt holen.
Sie nahm Kontakt mit den Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung in Driebergen/Holland auf, die während des Kulturkampfes aus Preußen vertrieben wurden.
Johanna Stieger schenkte dem Orden 200 m neben der Neersdommermühle das Grundstück für das Kloster mit entsprechenden Ackerflächen für die Selbstversorgung und eine Geldspende für den Klosterbau, der 1899 begann und ein Jahr später fertig war.
Das Kloster wurde später zur Abtei Mariendonk erhoben und ist heute weit bekannt wegen der Paramentenstickerei. Da das Kloster abseits lag und keinen Geistlichen für einen geregelten Gottesdienst bekam, entschloß sich Johanna Stieger ein Männerkloster der Benediktiner auf dem Gut Neersdom mit 700 Morgen Ackerland zu gründen.
Nach längeren Verhandlungen vermachte Sie das gesamte Areal und einen größeren Geldbetrag der Erzabtei Beuron, mit der Bedingung einer Kloster- gründung.
Johanna Stieger starb 1904, 10 Tage nach Vertragsabschluss.
Einige Benediktiner kamen nach Neersdom und blieben bis 1964, zu einer Klostergründung kam es jedoch nicht, da der Bischof von Münster die Genehmigung verweigerte, mit der Begründung, dass ein anderes zwei Jahre vorher gegründetes Benediktinerkloster sich erst entwickeln und festigen müßte.
Als dann nach dem 1. Weltkrieg die Genehmigung erteilt wurde, hatte der Krieg mit den Mönchen und Brüdern und die Inflation mit dem Kapital aufgeräumt, so dass die Abtei Beuron sich außer Stande sah, die Klostergründung vorzunehmen.
So blieb es bei dem Frauenkloster im Niederfeld. Das Gut Neersdom hat dann der Orden Ende der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, an den Kreis Kempen-Krefeld verkauft.
Im kirchlichen Bereich gab es noch eine Änderungen, die auch von Johanna Stieger unterstützt wurde, es war der Bau der Mülhauser St. Heinrich Rektorats- Kirche 1900-01.
In die gleiche Zeit fiel der Abriß der alten Oedter Kirche und der anschließende Neubau der St. Vitus Pfarrkirche 1901-03.
Neben den kirchlichen Bauten, entstanden das Krankenhaus 1894, die Markt- oder Mädchenschule 1896, die Nord- oder Knabenschule 1911 und der Bau eines Postamtes.
Die Firma Girmes baute das erste Elektrizitätswerk im Kreise, belieferte ab 1899 auch die Gemeinde Oedt mit Strom und baute eine erste Straßenbeleuchtung im Ort.
Da die Firma Girmes einen großen Aufschwung nahm und Arbeiter brauchte, baute Girmes 90 Arbeiterwohnungen an der Dietrich- und Johannes-Straße, sowie 12 Wohnungen für Angestellte an der Johannes Girmes-Straße.
Der erste Weltkrieg 1914 -18, setzte dieser regen Bautätigkeit ein Ende und brachte allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang so auch in Oedt und einen hohen Blutzoll von 111 Bürgern.
Nach den Kriegsjahren und der Inflation, erholte sich die Wirtschaft langsam.
Das ermutigte den Oedter Bürgermeister Monar wieder mal bei der Regierung vorstellig zu werden, um die Änderung der katastrophalen Wasserverhältnisse der Niers anzumahnen. Die Niers lief ja westlich unmittelbar am Ort Oedt vorbei und war durch die ungeklärten Abwassereinleitungen der Städte Reydt, Mönchen-Gladbach und Viersen unter anderen, zur Cloake verkommen, so das die Oedter ständig unter starker Geruchsbelästigung zu leiden hatten.
Der einst kristallklare Flußlauf mit hohem Fischbesatz, war zur tintenschwarzen fischlosen und stinkenden Abwasserrinne geworden.
Die Initiative des Oedter Bürgermeisters hatte zur Folge, dass die Landesregierung 100000 Mark bewilligte und die Niersgenossenschaft damit beauftragte, die Planung für die Niersverlegung aufzunehmen. Die Düsseldorfer Firma Redemann verlegte dann 1927-28, im Zuge einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme,  die Niers etwa 300m nach Westen, wodurch die Geruchsbelästigung in Oedt stark zurück ging. In der Folgezeit hat dann der Bau von Kläranlagen, durch den inzwischen gegründeten Niersverband, dem größten Übel abgeholfen.
Durch die Niersverlegung wurde die westliche Ortsgrenze verlegt, wodurch es zum Flächenaustausch zwischen der Stadt Süchteln und der Gemeinde Grefrath auf der einen Seite und der Gemeinde Oedt auf der anderen Seite kam, der jedoch für alle Beteiligten weitgehend flächenneutral verlief. Das nächste einschneidende Ereignis, war 1933 die Machtergreifung Hitlers, der wie überall, so auch in Oedt mit seinen Schergen für Unrat sorgte.
Neben allerlei Verboten und Schikanen gegen nicht willfährige Bürger, wurde ein Bürger von den Nazis erschossen, andere verschwanden ins KZ, die jedoch die Torturen und Folter überstanden und Gott sei Dank, bis auf eine Bürgerin, zurück kehrten.
Die jüdische Gemeinde in Oedt, umfasste 1840 z.B. 36 Personen, die jedoch wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten so nach und nach von Oedt wegzogen, so dass 1940 nur noch eine jüdische Mitbürgerin in Oedt wohnte. Rosa Goldschmidt wurde 1941, 63jährig nach Riga verschleppt und umgebracht.
Von den allgemeinen Kriegswirren blieb Oedt weitgehend verschont, ein paar Fliegerbomben richteten nur wenig Schaden an.
Auch beim Einmarsch der Amerikaner am 02.03.1945, kam die Oedter Bevölkerung, trotz Artilleriebeschuß, mit einem blauen Auge davon.
In vielen Oedter Familien herrschte tiefe Trauer, denn es waren 225 Frauen und Männer, direkt oder indirekt durch die Kriegsereignisse ums Leben gekommen.
In den ersten 7 bis 8 Jahren nach Kriegsende, kam die Ortsentwicklung nur sehr zögernd in Gang, erst Mitte der fünfziger Jahre setzte eine nennenswerte Bautätigkeit ein, die jedoch immer wieder wegen fehlender Bauflächen abgebremst wurde. Von 1948 bis 1960 wurden in Oedt 240 neue Wohnhäuser mit 393 Wohnungen errichtet und Oedt entwickelte sich vom Straßendorf in die Breite, da man durch verbesserte Baumaßnahmen in die tiefer liegenden Bruchflächen bauen konnte.
Trotzdem konnte die Wohnungsnot in den ersten Nachkriegsjahren nicht beseitigt werden, da 750 Flüchtlinge, aus den zerstörten Städten und dem Osten, der Gemeinde zugewiesen wurden, was sich auch beim Bevölkerungszuwachs auswirkte.
Auch der Ortsteil Mülhausen hatte einen Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen und entwickelte sich in die Breite.
1954 wurde die neue Marienschule in Mülhausen erbaut um dem Zuwachs der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden.
Durch die Flüchtlinge bedingt, wuchs die evangelische Gemeinde in Oedt stark an, so dass es 1957 zum Bau der evangelischen Kirche in Oedt kam, auf einem Grundstück der Familie Girmes, die evangelisch war und das Ganze sehr unterstützte. 1967 entschloß man sich, auch im Ortsteil Oedt ein neues Schulzentrum zu bauen, um auch hier den veränderten Schülerzahlen Rechnung zu tragen, eine Sporthalle und ein Lehrschwimmbecken wurde angegliedert.
Finanziell war die Gemeinde Oedt von der Firma Girmes abhängig und das umso mehr, als die Firma Peter Mertes Söhne in den 60er Jahren in Konkurs ging.
Die Firmenleitung hatte versäumt, die notwendigen Modernisierungsmaßnahmen zu ergreifen und war daher nicht mehr konkurrenzfähig. Die Firmengebäude haben dann lange Jahre leer gestanden und wurden 1995 abgebrochen. Auf dem alten Firmengelände wurden Einfamilienhäuser errichtet, die am Mertesweg liegen
Ein Metall verarbeitender Betrieb, der sich aus einer Oedter Dorfschmiede entwickelte, verließ Oedt, da fehlendes Gelände eine Ausdehnung des Betriebes verhinderte.  
Die Firma Girmes ging durch schlechtes Management in den Konkurs und wurde von einer anderen Firma übernommen, die jedoch 2008 auch in den Konkurs ging. Die Firmenanlagen wurden demontiert und nach Tschechien transportiert. Die neueren Hallen wurden verkauft, der Rest gammelt vor sich hin.
Die letzte größere Baumaßnahme in Oedt, die in die Zeit der kommunalen Neuordnung hinein reichte, war der Bau der Albert-Mooren-Halle.
Die Gemeinde Oedt war 1970, zum Zeitpunkt der Zusammenlegung mit Grefrath, schuldenfrei und wenn man so will die reichste Gemeinde im Kreise Kempen Krefeld, dieser Tatbestand rührte vom vorsichtigen Taktieren des Oedter Rates her, der ja in der Vergangenheit finanziell nicht auf Rosen gebettet war.
Die Gemeinde Grefrath war durch ihre Aktivitäten auf dem Sportsektor stark verschuldet. Durch die Zusammenlegung wurden deren Schulden mit auf Oedt verlagert, wo durch sich die Situation noch mehr verschlechterte.
Abschließend muß man feststellen, dass nach 1970 die Gemeinde Oedt, zum unterentwickelten Ortsteil von Grefrath geworden ist, da sich seit der kommunalen Neuordnung in Oedt nichts wesentliches mehr positiv verändert hat. was zur Folge hatte, dass die Infrastruktur sich verschlechterte und das Geschäftsleben fast vollkommen zum erliegen kam. Es wurde auch nicht viel unternommen die Wohnqualität zu verbessern, was sich in der rückläufigen Bevölkerungszahl niederschlägt.

Nachfolgend einige Daten über den Bevölkerungszuwachs über die Jahrhunderte:

Altgemeinde Oedt
1300 ------------- 1010 Einwohner
1660 ------------- 1250 Einwohner
1790 ------------- 1470 Einwohner
1804 ------------- 1690 Einwohner
1816 ------------- 1790 Einwohner
1850 ------------- 2628 Einwohner
1874 ------------- 2935 Einwohner
1880 ------------- 3200 Einwohner
1900 ------------- 3712 Einwohner
1908 ------------- 4083 Einwohner
1940 ------------- 4354 Einwohner
1949 ------------- 5649 Einwohner
1970 ------------- 5800 Einwohner
2000 ------------- 6091 Einwohner
2001 ------------- 6056 Einwohner
2009 ------------- 5767 Einwohner

 

Quellen:
Schriften von F. Kogelboom, Prof. Dr. Wilhelm Janssen, Johannes Lipp und Archivunterlagen des Heimatvereins Oedt