Heimatverein Oedt e. V.
+49 (0) 2158 6315
Sie sind hier: Heimatverein > Vereinsgeschichte
27. 04. 2017

Vereinsgeschichte

 

(Teilweise entnommen aus:  "60 Jahre Heimatverein Oedt e.V." von Edeltraud Spee und Karl A. Willmen)

Der Heimatverein Oedt e.V. wurde 1947 gegründet und ist einer der traditionsreichsten Vereine des Ortes Oedt. Am Freitag, dem 12. Dezember 1947 beendete der Kulturausschuss der Gemeinde Oedt seine Sitzung mit folgenden Worten:

„Zusammenfassend muss noch gesagt werden, dass der Kulturausschuss der Gemeinde Oedt nunmehr die Bildung des Heimatvereins der Gemeinde Oedt billigt...“
Mit diesem Beschluss wurde der Heimatverein Oedt geboren.

Vorausgegangen war am 8. Dezember 1947 eine Zusammenkunft folgender Personen: Pfarrer Friedrich Decker, Theodor Küppers, Direktor der Firma Girmes, Rektor Wilhelm Zanders, Theo Hardering und Johannes Lipp. Sie beschlossen, einen Heimatverein zu gründen. Johannes Lipp erinnert sich sehr viel später noch an einen der damaligen Hauptbeweggründe,  nämlich, dass junge Oedter, die im Jahr 1947 aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause zurückkehrten, feststellen mussten, dass sie von ihrer Heimat gar nichts wussten.

 

Hotel Streit, Ort der ersten Sitzungen des Heimatvereins

 

Und so war damals die Zeit:
Der Krieg ist erst zwei Jahre vorbei. Der schlimmste Winter des Jahrhunderts 1946/47 forderte viele Todesopfer unter den Alten und Kranken.  Erst der Marshallplan vom 5. Juni 1947 sorgte allmählich für Aufbruchstimmung. Die Geburt der D-Mark erfolgte allerdings erst ein halbes Jahr später am 20. Juni 1948. Eine Rückbesinnung auf seelische und geistige Werte nach der schweren Zeit des Zweiten Weltkrieges tat dringend not. Dieser Gedanke war damals ein Hauptanliegen des Kulturausschusses. Und so formulierten es die Oedter Kulturausschuss-Mitglieder:
„Krieg und Nachkriegserscheinungen haben nicht nur äußere Ruinen hinterlassen, die erheblich das Zusammenleben der Menschen erschweren – nein – darüber hinaus ist die seelische Not ins fast unerträgliche gestiegen. Der recht und gerecht empfindende Mensch ist in Konflikte mit den bestehenden Sittengesetzen geraten...das Gute soll das Schlechte verdrängen. Die Jugend und alle geistig Interessierten sollen sich zusammenschließen und gemeinsam arbeiten, um die geistige Not zu bannen ... Wir wollen auf dem Boden unserer christlichen Vorfahren stehen, aber uns lebendig mit den Dingen der Gegenwart auf den Gebieten der Kunst und Wissenschaft auseinandersetzen und durch Zusammenarbeit sowie gemeinsame Feierstunden zur echten Dorfgemeinschaft zusammenwachsen.“
Die existierenden Stände in Oedt, Kirche, Unternehmer, Handwerker, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Schule und die Gemeindeverwaltung sowie alle Altersgruppen fanden sich zusammen um eine Zukunft voller Hoffnung zu schaffen. Zunächst einmal bestimmte der Kulturausschuss den provisorischen Vorstand des Vereins und ernannte Theo Hardering zum Vorsitzenden und Johannes Lipp zum Schriftführer. Beisitzer wurden der Pfarrer der St. Vitus-Kirche, Pastor Friedrich Decker, der Direktor der ortsansässigen Firma Girmes, Theodor Küppers und Rektor Wilhelm Zanders.
Diese “Männer der ersten Stunde“ traten darauf am 17. Februar 1948 zusammen und beschlossen, je einen Arbeitsausschuss für den Heimatverein und die Volkshochschule zu bilden. Alle zwei Monate sollten nun der Heimatverein Lichtbildervorträge und Konzerte veranstalten und die Volkshochschule Bildungskurse durchführen. Am 29. April 1948 trat dann ein vom Vorstand gewonnenes Gremium von 17 Personen zusammen, um die Aufgaben des Vereins zu modifizieren und zu formulieren.
Im Herbst des Jahres 1948 war es dann endlich soweit. Die wirtschaftlichen Verhältnisse verbesserten sich nach der Währungsreform vom 20. Juni allmählich, und am 25. September wurde der Heimatverein Oedt als Kulturgemeinschaft und zugleich als Zweig des „Vereins Linker Niederrhein“ feierlich bestätigt. Der Festakt fand im Landhaus der Firma Johannes Girmes, damals dem damals repräsentativsten Veranstaltungsort der Gemeinde, statt. Theo Hardering eröffnete die Versammlung und begrüßte 35 Gäste sowie zwei Vertreter des „Vereins Linker Niederrhein“. Der Vorstand wurde bestätigt und 24 Personen bzw. Familien traten dem Verein bei. Die Mitgliedschaft war kostenlos 

Landhaus der Firma Girmes

Nach diesem vielversprechenden Anfang wurde es zunächst etwas stiller um den Oedter Heimatverein. Dennoch führte der Vorstand die Arbeit weiter.
Am 19. November 1952 beruft Gemeindedirektor Karl Steffens eine Versammlung zwecks Neubelebung des Heimatvereins ein. Wie aus den Unterlagen hervorgeht, nahmen von den 122 eingeladenen Oedtern 33 Personen an der Sitzung teil. Für den Oedter Heimatverein, der durch den ursprünglichen Zusammenschluss mit der Volkshochschule in den vergangenen Jahren etwas in den Hintergrund geraten war, beginnt nun seine Selbständigkeit.
Am 1. März 1953 tritt die konstituierende Generalversammlung zusammen. Sie formuliert nun eine Satzung, in der sie die Aufgaben des Vereins wie folgt definiert:

·        „den Heimatgedanken, überliefertes Brauchtum und die heimische Mundart zu pflegen,

·        Schrifttum, Urkunden, Bildmaterial und Gebrauchsgegenstände von besonderem Werte aus Vergangenheit und Gegenwart in einem Archiv zu sammeln und gegen Verlust zu sichern,

·        in einer Chronik das Zeitgeschehen von besonderer örtlicher Bedeutung festzuhalten und durch Vereinsveranstaltungen (regelmäßige Zusammenkünfte, Wanderungen, Heimatfeste u.a.) das Zusammengehörigkeitsgefühl aller Bürger wach zu halten.“

Auch die funktionelle Zusammensetzung des Vorstandes wird jetzt vertraglich festgelegt: 

1.     Geschäftsführender Vorstand:

o   1. Vorsitzender: Bürgermeister Wilhelm Tekath

o   2. Vorsitzender: Theo Hardering

o   Schriftführer: Johannes Lipp

o   Kassierer: Karl Heitzer

2.     Erweiterter Vorstand (sieben Beisitzer):

o   Archivwart: Hermann Köhne

o   Chronist: Gemeindedirektor Karl Steffens

o   Denkmal- und Landschaftsschutzwart: Josef Panzer

o   sowie ständig je ein Vertreter der kath. Pfarrgemeinde, der Zivilgemeinde und der Schule 

Nun beginnt die Realisierung der folgenden großen Aufgaben:
Umfangreiche Ausgrabungen und Restaurierungsarbeiten an der Burg Uda und die Dokumentation ihrer Geschichte, Erforschung der Geschichte Oedts, Einrichtung eines Heimatmuseums mit Lichtbilderarchiv, Heimatarchiv und Museumsbibliothek, Auflistung und Renovierung denkmalwürdiger Gebäude in Oedt, Erarbeitung der Geschichte der St. Vitus-Kirche und die Unterstützung bei ihrer Renovierung sowie die Schaffung von Vogelschutzgebieten.

Zehn Jahre nach Gründung des Heimatvereins, am 10. März 1957 wurde Johannes Lipp bei der Generalversammlung zum 1. Vorsitzenden gewählt – und das blieb er bis zu seinem Tod im Jahr 1999.
Der Vorstand setzte sich nun wie folgt zusammen:

  1. Geschäftsführender Vorstand:

    • Ehrenvorsitzender: Theodor Küppers

    • 1. Vorsitzender und Schriftführer: Johannes Lipp

    • 2. Vorsitzender: Theo Hardering

    • Kassierer: Karl Heitzer

  2. Erweiterter Vorstand (sieben Beisitzer):

    • Archivwart: Hermann Köhne

    • Chronist: Gemeindedirektor Karl Steffens

    • Landschafts- und Denkmalpfleger: Josef Panzer

    • Pfarrer Kuno Zipp

    • Bürgermeister Wilhelm Tekath

    • Rektor Wilhelm Zanders

In der Generalversammlung am 4.April 1963 wurde einstimmig beschlossen, den Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht Kempen eintragen zu lassen - so geschehen am 20. Februar 1964. Damit war die Gemeinnützigkeit des Vereins gegeben. „Ein Heimatverein muss forschen“ Dieser Ausspruch von Johannes Lipp könnte durchaus als Motto über die Aktivitäten des Oedter Heimatvereins gestellt werden.
Hervorzuheben ist, dass die großen Aufgaben, die der Verein sich stellte, immer mit der notwendigen fachlichen Unterstützung der entsprechenden Gremien und Institutionen erfolgte und die Arbeitsergebnisse deshalb nicht auf laienhafte Vermutungen basierten, sondern wissenschaftlich fundiert waren und auch heute noch Bestand haben. 

Neben der Durchführung von Wanderungen und Exkursionen und der Gestaltung von Heimatfesten gehörten zu den Höhepunkten der Unternehmungen des Vereins, vor allem in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts die Ausgrabungen und Forschungen an der Burg Uda und an der katholischen Pfarrkirche St. Vitus.

1989 erhielt das Heimatmuseum im Gewölbekeller der „Villa Gimes“, dem Geburtshaus von Dietrich Girmes und ehemaligem Bürgermeisteramt von Oedt,ein neues Domizil.

Am 22. Juli 1999 verstarb Johannes Lipp im Alter von 75 Jahren.

   

Johannes Lipp


Auf der Jahreshauptversammlung am 31. März 2000 wurde der neue Vorstand gewählt:

1. Vorsitzender  Heinz Panzer

      2.Vorsitzender: Atti Gielen

      Schatzmeister: Karl A. Willmen

      Schriftführer und Archivar:  Karl-Heinz Brocker

      Beisitzer: Ingrid Karsch, Ludwig Lambertz, Heinrich Lennackers,

Heinz Panzer

Am 28. März im Jahr 2014 legte Heinz Panzer aus Altersgründen nach 14 Jahren  sein Amt als Vorsitztender nieder. Sein einstimmig gewählter Nachfolger wird Karl Willmen.

Der neue Vorstand ist: Opens internal link in current windowUnser Team mehr[...]

1.Vorsitzender

Karl A. Willmen

2. Vorsitzender

Heinz Panzer

Schatzmeisterin

Beate Dickmann-Luppertz

Schriftführer u.

Webmaster

Godber Werner

Archivar

Heinz Lennakers

Beisitzer

Karl-Heinz Brocker

Berti Reiners

Edeltraut Spee

Kurt Waldow

Wolfgang Bertges

1.Vorsitzender

Karl A.Willmen  

 

Zur Zeit (01.01.2015) hat der Heimatverein Oedt 576 Mitglieder.